Kontrast:
 
Bannerbild
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Jüdische Erinnerungswoche

Im Rahmen der Jüdischen Erinnerungswoche in Görlitz besuchten am 24.Juni 2026 70 jüdische Gäste aus Israel, USA, Australien, England und Polen den Martinshof in Rothenburg. Sie sind Nachkommen der jüdischen Menschen aus Görlitz, die 1941/42 im Durchgangslager Tormersdorf im Martinshof von den Nationalsozialisten interniert und von hier aus in die Vernichtungslager Auschwitz, Theresienstadt und Majdanek geschickt wurden. Viele Nachkommen kamen das erste Mal an diesen Ort, um über dessen Geschichte zu erfahren, ihr Gedenken an ihre Familienangehörigen zu pflegen und Versöhnung mit uns zu leben. Sie erzählten berührend aus den Schicksalsgeschichten ihrer Familien. Sie legten ihre mitgebrachten Steine am „Ort der Erinnerung“ (Denkort gegen das Vergessen) nieder und sangen das Kaddisch als zentrales jüdisches Trauer- und Totengebet, welches ein feierliches Lob Gottes und den Wunsch nach Frieden zum Inhalt hat. Danach schrieben sie sich in unser Gästebuch ein. Wir schauten uns gemeinsam die neu entstandene Homepage an, in der unter den aufgeführten Namen in der Liste „Jüdische Häftlinge in Tormersdorf“ künftig weitere biografische Daten gesammelt werden. Mit Mitteln aus dem geförderten Projekt „Jugend erinnert“ mit Jugendlichen aus dem Projekt und durch die historischen Recherchen der amerikanischen Görlitzerin Lauren Leiderman konnte die Ausstellung „Die Gesichter von Tormersdorf“ zu diesem Treffen eröffnet und vorgestellt werden. Die Gäste wurden anschließend durch den Martinshof mit seinen historischen Orten und vielfältigen Möglichkeiten der Gegenwart geführt. Zur Verabschiedung bedankten sie sich für die bedeutsame Gedenk- und Erinnerungsarbeit in unserer Stiftung.

 

Bild zur Meldung: Jüdische Erinnerungswoche